Golffitness – ist das nicht nur für die Profis?

Wenn Du wie ich regelmäßig Golf im Fernsehen schaust, hast Du bestimmt auch festgestellt, dass die Tourspieler in den letzten zehn Jahren eine Wandlung durchlebt haben. Waren austrainierte Athleten wie Adam Scott, Rafa Cabrera-Bello oder Tiger eine Ausnahmeerscheinung, sind heute etwa 2/3 der Pros auf der PGA Tour, der web.com Tour und der European Tour richtig gut trainierte Athleten. Und jeder Jungprofi, der aus dem Amateurlager zu den Profis wechselt, bringt neben einem überragenden Golfspiel auch das komplette Paket inklusive Athletik und regelmäßigem Fitnesstraining mit (siehe Bryson de Chambeau oder John Rahm).

Und zu Recht geht bei uns Freizeitsportlern irgendwann die Diskussion los, dass das ganze Fitnesstraining nur was für die Profis ist – denn die haben die notwendige Zeit für Training und spielen Plätze, die so lang sind, dass man ohne grundsolide Fitness gar nicht über Preisgelder nachzudenken braucht.

Soweit richtig, ich zeige Dir in diesem Beitrag, das große ABER, warum auch Du von Golffitness Training profitierst. Und zwar garantiert!

Hier meine drei Thesen, die ich in diesem und den kommenden Beiträgen mit Fakten und Übungen untermauern werde:

#1 Deine Trainerstunden machen mit Golffitnesstraining mehr Sinn
#2 Mit zwei Übungsreihen sind Deine Rückenschmerzen beim Golf weg
#3 Deine schwache Fitness lässt Dich nicht besser werden

Wie ich darauf komme, solche Thesen zu formulieren? In meiner Berufspraxis sind in der Arbeit mit Freizeitgolfern immer wieder die gleichen Themen aufgetaucht. Mit den richtigen Lösungen sind meine Klienten nach einem Training immer besser geworden und konnten gesundheitlich und golferisch von ihrer Fitness profitieren.


#1 Deine Trainerstunden machen mit Golffitnesstraining mehr Sinn

Heute zeige ich Dir an einem konkreten Beispiel, wie Deine Trainerstunden dank Golfathletik-Training besser werden.

Vor etwa zwei Jahren kam ein ganz engagierter Golfspieler zu mir mit dem Wunsch, eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit zu bekommen. Er trainiert regelmäßig mit seinem Pro und die vergangene Saison hatten die beiden recht erfolglos im Training damit verbracht, auf mehr Länge zu trainieren.
Die Trainingsinhalte, von denen er mir berichtet hatte, waren alle richtig, aber irgendwie klappte es mit dem Transfer in den Schwung nicht so richtig. Tatsächlich waren seine Fehlschläge eher schlimmer geworden und der Rücken fand das intensive Training auch nicht wirklich gut.

Als wir mit dem #GolfAthletik-Screening durch waren, war mir auch klar, warum das Training nicht greifen konnte:
Unser hochmotivierter Golfer hatte eine ziemlich schwache Körpermitte und konnte seine Rumpfmuskulatur weder in einer statischen Haltung noch in einer dynamischen Bewegung ansteuern.
Die Frage, die Du jetzt stellen solltest lautet: „Warum verhindert ein schwacher Rumpf eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit?“

Eine sehr gute Frage!

Dazu schauen wir uns die Idee der kinematischen Sequenz an.
Die kinematische Sequenz ist die Reihenfolge, mit der Teile des Bewegungsapparats ihre höchste Geschwindigkeit im Golfschwung erreichen. Also ganz simpel Unterkörper – Oberkörper – Arme – Schläger

Stell Dir die kinematische Sequenz als 4x 100m Staffel vor: der Staffelstab muss immer von Läufer zu Läufer weitergegeben werden, damit er ins Ziel kommt. Ist der Schlussläufer schon im Ziel, wenn der Startläufer den Stab an Läufer Nr. 2 übergibt, ist das Rennen verloren.

Und so wie der Staffelstab von Läufer zu Läufer wandert, wandert bei einer guten kinematischen Sequenz die Energiewelle vom Boden bis in den Schläger. So wie der Staffelstab immer wieder von Läufer zu Läufer beschleunigt wird, steigert sich die Geschwindigkeit durch die Körpersegmente bis in den Schlägerkopf.

Was passiert aber, wenn ein Körpersegment nicht an das nächste übergeben kann? Wenn die Energie aus dem Unterkörper nicht effektiv an den Oberkörper weitergeleitet werden kann? Da Du trotzdem den Ball schlagen willst, versuchst Du die ineinandergreifenden Teile der Kette schneller zu bewegen. Da die Kette aber kürzer ist, wirst Du nie die gleiche Endgeschwindigkeit erreicht wie bei einer vollen Bewegungskette.

Und wer sorgt dafür, dass die Energie aus dem Unterkörper im Oberkörper ankommt? Ganz genau – die Rumpfmuskulatur. Und weil Wackelpudding Energie nicht so gut leitet, konnte unser Golfer seine Schlägerkopfgeschwindigkeit trotz der richtigen Golf-Übungen nicht steigern.

Kannst Du Deinen Rumpf ansteuern?

Versuche diese beiden Übungen, um Deinen Rumpf zu testen. Die Übungen sind natürlich auch ein super Rumpftraining!

Kannst Du das Becken aufrichten und kippen, ohne dass die Beine / der Oberkörper sich bewegen?

 

Abb. 1 Becken aufgerichtet
Abb. 2 Becken gekippt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Kannst Du den linken und rechten Arm im Wechsel nach vorne strecken,
ohne dass das Becken dreht oder weit nach links und rechts ausweicht?

 

Abb. 3 X-Lift im Liegestütz

 

 

 

 

 


So wie im Beispiel eine schwache Athletik verhindert hat, dass das Golftraining seinen vollen Nutzen entwickeln konnte, gibt es noch einige Baustellen mehr, die Deinen Golfschwung formen. Was passiert z. B. bei einem unbeweglichen Rücken? Oder einer festen Hüfte?

Daher hilft Golffitness-Training auch Dir, mehr Nutzen aus Deinen Trainerstunden zu holen!

Beim nächsten Mal zeige ich Dir, wie Du die Rückenschmerzen mit zwei einfachen Übungsreihen loswirst.

Bis dahin viel Spaß beim Training und immer gutes Spiel!


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